Making of “Die Geliebte des Sarazenen”

Gepostet am Jun 11, 2010

Die STORIES & FRIENDS Autorin Christiane Lind berichtet über Ihr Erstlingswerk, ein historischer Roman, der im Juni 2010 bei rororo erschienen ist.

Von Christiane Lind. Die Idee zu meinem ersten (veröffentlichten) Roman hatte mindestens drei Musen. Den ersten Anstoß gab der Film „Königreich der Himmel“, durch den ich vom Königreich Jerusalem erfuhr und davon, dass Christen, Juden und Moslems in der Zeit der Kreuzzüge (zeitweise) friedlich zusammengelebt haben. Der zweite wichtige Baustein war ein Seminar des Literaturbüros NRW über den historischen Roman, das Titus Müller leitete, das mir die Hoffnung gab, mit einer guten Geschichte in einem Publikumsverlag veröffentlichen zu können. Und als drittes startete der Rowohlt-Verlag im Herbst 2008 eine Ausschreibung, in der er den historischen Roman 2009 suchte.

Nach langem Überlegen entschloss ich mich, eine Geschichte zu schreiben, die 1187 spielt, als die Moslems Jerusalem (zurückeroberten). Eine Frau sollte die Hauptrolle spielen, eine Christin, die einen Moslem liebt und nun vor der Frage steht, was aus ihr und ihrer Liebe werden soll. Als ich zu schreiben begann, fragte ich mich, wie die Christin überhaupt nach Jerusalem gekommen war und aus welcher Stadt sie gekommen war und wie sie ihren Geliebten kennengelernt hatte. Diese Fragen führten dazu, dass ich meine Geschichte zehn Jahre früher ansiedelte und den Weg Leonores von Braunschweig nach Jerusalem in den Mittelpunkt des Romans stellte.

Nachdem ich einen groben Plot und die wichtigsten Figuren entwickelt hatte, begann die langwierige Arbeit der Recherche. Als erste Informationsbasis nutzte ich das Internet und für vertiefende Fragen hatte ich das Glück, auf die wirklich gut sortierte Stadtbibliothek Kassels und die ebenso gut sortierte Universitätsbibliothek Kassels zurückgreifen zu können. Jerusalem war für eine Vor-Ort-Recherche leider zu weit entfernt, doch nach Braunschweig fuhr ich mehrfach, um das Stadtarchiv und das Städtische Museum zu nutzen und durch die Straßen zu gehen, die meine Heldin langgehen sollte.

Nach rund neun Monaten lag ein Entwurf vor, den ich an Rowohlt schickte. Nach einer endlos erscheinenden Wartezeit – Geduld ist die Haupttugend der Autorin – erhielt ich eine Mail einer Lektorin, der das Manuskript gefiel. Allerdings musste „Die Pilgerin“ – so hatte ich die Geschichte genannt, bevor ich herausgefunden hatte, dass der Titel schon vergeben war – noch mehrere Hürden im Verlag überwinden, bis Frau Klöcker, die ich inzwischen als meine Lektorin betrachtete, mir die definitive Zusage geben konnte und der Vertrag kam.

So etwa im Herbst 2009 wusste ich, dass meine Geschichte im Sommerprogramm 2010 erscheinen wird. Eine Wartezeit, die mir endlos erschien – wie gesagt, Geduld ist die wichtigste Eigenschaft, die eine Autorin mitbringen muss-, die allerdings wirklich nötig für die Überarbeitung des Manuskriptes war. Drei Überarbeitungsrunden musste jedes Kapitel über sich ergehen lassen, bis Frau Klöcker und ich mit dem Ergebnis zufrieden waren.

PS: Geschichte stand genau wie Mathematik und Erdkunde in der Schule nie oben auf der Liste meiner Lieblingsfächer. Erst durch die Recherchen zur „Geliebten des Sarazenen“ habe ich erkannt, wie spannend Geschichte sein kann und würde mich freuen, wenn sich der Spaß, den ich beim Schreiben hatte, auch auf die Leserinnen und Leser überträgt.

“Die Geliebte des Sarazenen” (ISBN 978-3499254598) von Christiane Lind ist im Juni 2010 als Taschenbuch bei rororo erschienen, hat 384 Seiten und kostet 8,95€.

Zum Autoren-Interview mit Christiane Lind.

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