Die kreative Zeit nutzen

Gepostet am Jun 28, 2010

Bodo Rudolf, Jahrgang 1944, aufgewachsen in Ravensburg, Oberschwaben, lebt seit der Rückkehr aus dem Nahen Osten in Wolfegg im Allgäu. Er arbeitete jahrzehntelang als Ingenieur im Ausland – in Frankreich, im Irak, in Iran, Pakistan und Syrien, in Abu Dhabi, auf Sumatra und an anderen fernen Orten. Meist begleitete ihn seine Frau, anfangs war auch die Tochter dabei, bis es mit der Schule so nicht mehr weiter ging. Er brachte viele Erzählungen mit. Veröffentlicht hat er Satiren und heiter-skurrile Geschichten, meist über seine Heimat, die Landschaft und ihre Menschen.


Lieber Bodo Rudolf,
beantworten Sie uns doch ein paar Fragen …

Was ist Ihr Motto?
Die kreative Zeit nutzen. Wer weiß, wie lange mir noch was einfällt? Und was!

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben?
Lesen, auch gerne Eigenes!

Woran schreiben Sie gerade?
Gerade beende ich das Manuskript Mit dem Leberkäs über den Khyberpass – Vom Schwabenland ins Morgenland, Geschichten aus unserer Zeit im Orient, und lese nun Korrektur.

Was ist Ihr nächstes Ziel als Autor?
Nach hoffentlich erfolgreicher Verlagssuche für das erwähnte Buch gehe ich wieder an (Schwäbische) Gedichte und skurrile Kurzgeschichten, vielleicht auch an ein Märchen. Ich habe mir sagen lassen müssen, dass Kurzgeschichten überhaupt nicht gefragt sind! Trotzdem!

Lieber Herr Rudolf, bei uns sind sie gefragt, die Kurzgeschichten!

Welches Buch hätten Sie gerne geschrieben?
Die Abenteuer und Irrfahrten des Gaviero Maqrol von Alvaro Mutis.

Mit welchem Buchhelden können Sie sich identifizieren
Mit Captain Marlow aus Herz der Finsternis von Joseph Conrad.

Wer sind Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Da fällt mir beim besten Willen keiner ein! Alles Memmen wie ich.

Wer oder was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten oder wen oder was brauchen Sie zum Schreiben?
Ich brauche Ruhe, klar! Was mich inspiriert, habe ich noch nicht herausgefunden. Wie schön, wenn ich es wüsste, dann ging’s wohl flotter voran!

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Leute, die alles wissen, Rechthaberei und Intoleranz.

Wo haben Sie das Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein?
Unter Mitmenschen mit festgefügtem Weltbild.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Unverrückbare Überzeugungen.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Unerschütterliche Selbstsicherheit.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?
Mit meiner Frau, um mich mal mit ihren Augen zu sehen.

Was war der mutigste Moment in Ihrem Leben?
Ich hatte ein spannendes Leben, saß in Bagdad 1980 bei Kriegsausbruch unter dem Tisch, bin 1998 vor Unruhen in Indonesien geflohen, bin also eher ein Hasenfuß. In der Rückschau meine ich, war es schon mutig, als Ingenieur – ein Exot unter den Schreibern – ein Buch zu verfassen und dann auch noch anzunehmen, es könne sich um Literatur handeln.

Total überbewertet finde ich?
Volkes Stimme.

Welche Leistung bewundern Sie am meisten?
Dickbrettbohren!

Welches geliehene Buch haben Sie nicht zurückgegeben?
Ein Mathebuch, das ich mir im ersten Semester geliehen habe. Nun ist es zu spät – brauche ich nicht mehr!

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Veröffentlichungen
Geschichten aus Wäsch, Buch, Silberburg Verlag Tübingen 2006
Das Geheimnis der Achquellen, LandLeben, Anthologie, Literaturpreis des Bezirks Schwaben 2007
Warum in die Ferne schweifen, Auf Augenhöhe, Anthologie, Förderpreis 2009, Signatur e.V. Tettnang

Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS

Gaumenkitzel

Lesen Sie: (K)ein Kochbuch: Gaumenkitzel

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