Dinieren im Heilbronner Esszimmer – Essen mit Leidenschaft

Gepostet am Dez 22, 2010

Weihnachtsessen im Heilbronner Esszimmer. “Sind Sie auch zum ersten Mal hier?”, fragt der Herr rechts von mir. Ich nicke. “Wir haben den Abend von unseren Kinder geschenkt bekommen”, erklärt mir seine Frau. Das junge Pärchen, das auch am Tisch sitzt, nickt und lächelt. “Wir, von unseren Eltern”, sagt sie. “Wir sind also der Tisch mit den Neuen”, sage ich und schaue mich um. Vier Holztische, alle sind besetzt. Wir hatten Glück, noch einen Platz bekommen zu haben.

Der kleine, liebevoll eingerichtete Raum wirkt modern und doch sehr gemütlich. Die weißen Wände und die sparsamen Accessoires schaffen Ruhe für die Augen und Raum für das Essen. Die dunklen Holzmöbel erinnern an feine Landhäuser, die roten Kissen auf der Bank und die Messinglampen sorgen für einen Hauch von Orient. Eine vielversprechende Mischung. Neugierig beobachte ich meinen Mann, während er das Menü studiert. Uwe kennt es ja noch nicht. Das ist eine der Besonderheiten des Heilbronner Esszimmers: es gibt immer nur ein Menü. Natürlich nimmt die Köchin Rücksicht auf Unverträglichkeiten und Vorlieben – im Rahmen der Möglichkeiten, versteht sich.

Das Weihnachtsmenü vom 18.12.2010
Orangen-Ingwer-Sektcocktail
Geräucherte Entenbrust mit Vanillekürbis
Maronensuppe mit Portwein
Wildschweinpfeffer mit Wacholder-Zimtsauce, Topinamburpürée und Gemüse
Panna Cottae mit Mandarinensauce und Marzipan-Dattelgebäck

An unserem Sechser-Tisch gibt es keine Änderungswünsche und der exquisite Weinvorschlag lässt die Spannung steigen. Wir nippen am Apéritif und sehen erwartungsvoll der Vorspeise entgegen. Gemeinsam rätseln wir, warum der Kürbis so al dente ist und woher der Vanillegeschmackt rührt. Ist er gekocht, ist er eingelegt? Der Sauvignon Blanc schafft keine Klarheit aber Entzücken. Wir löffeln die Maronensuppe aus dem kleinen Weckglas und kauen genüßlich die Maronenstücke. Der Port in der Suppe schickt uns auf eine Reise in den Süden. Nach unserer Rückkehr wird der Rotwein serviert: Primitivo Merlot Tarantino. Aromen von Brombeeren und Schokolade heischen nach Aufmerksamkeit. Wir vermissen den Port keine Spur. Voller Andacht genießen wir feinstes Wildschweinpfeffer mit Topinamburpürée. Es schmeckt nach Weihnachten und auch ein bisschen nach Orient. Bevor das Dessert serviert wird, zeigt sich die Köchin und freut sich über Lob und dankbare Gesichter. Draußen schneit es leise. Wir probieren Dattelgebäck zu Panna Cotta. Es duftet zart nach Mandarinen.

Im Juni 2008 hat sich Monika Hinderer ihren Traum erfüllt und in Heilbronn-Horkheim ihr Restaurant eröffnet. Hier kocht sie einmal in der Woche ihr Freitagsmenü, an dem maximal 24 Gäste teinehmen können.

Einmal im Monat findet ein Themenmenü statt: Essen in Verbindung mit Literatur, Weindegustation, Kunst oder Musik. Inzwischen eilt dem Esszimmer der Ruf voraus, ohne Reservierung ginge nichts mehr. Zu empfehlen ist es auf jeden Fall. Den Rest der Woche öffnet Monika ihr Esszimmer für Caterings und geschlossene Gesellschaften. Privates Familienessen, die kulinarische Party unter Freunden, Essen mit Geschäftspartnern, Meetings oder Firmenfeiern … das Heilbronner Esszimmer hat viele Gesichter.

2010 haben Uwe und ich Monikas Esszimmer für unser STORIES & FRIENDS Weihnachtsessen ausgesucht. Aus gutem Grund: Denn am 15. April 2011 – ich weiß, bis dahin fällt noch viel Schnee – veranstalten Monika und ich zusammen einen Gaumenkitzel-Themenabend. Jeder tut, was er am besten kann: Monika kocht und ich lese zwischen den Gängen aus unserem preisgekrönten Kochbuch. Die Details geben wir rechtzeitig bekannt. Anmeldungen werden schon entgegengenommen.

Weitere Information zum Esszimmer? Klicken Sie auf das Logo:

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