Aus Liebe zu Kreta – Ein Interview mit Sigrid Wohlgemuth

Gepostet am Mrz 1, 2013

Geboren in Brühl bei Köln. 1996 erfüllte sich die Steuerfachgehilfin einen Herzenswunsch und zog nach Kreta. Die Mittelmeerinsel, ihre Bewohner, die kretische Küche, aber auch das Schreiben wurden zu ihrem Lebensmittelpunkt. Es enstehen Romane und Geschichten. Sie gibt Kochkurse für Touristen und führt Besucher nicht nur literarisch in die Schönheiten des Landes ein. Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften.

2013 veröffentlicht sie bei STORIES & FRIENDS ihre Köstlichen kretischen Geschichten: "Drei Stühle".

Bereits 2011 hat mir Sigrid Wohlgemuth ihr Manuskript zu "Drei Stühle" vorgestellt. Es folgten etliche Mails, ein Telefonat, die Griechenlandkrise und einige Monate der Überlegung. Wollen die Leser Geschichten aus einem Land lesen, das durch schlechte Nachrichten genug in den Schlagzeilen ist? Anfang 2012 habe ich mich entschlossen, dass sie es wollen. :-) In diesen Tagen erscheint nun "Drei Stühle". Das Buch ist wundervoll geworden. die Geschichte zeugen von einer großen Liebe, der Liebe zu einer Insel. Daher freue ich mich sehr, Ihnen die Autorin in diesem Interview vorstellen zu dürfen.

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben?
Das Kreieren kretischer Gerichte, mit den Zutaten der Saison. Und das Kommentieren von Texten anderer AutorInnen und die Moderation in einem Schreibforum.

Was Ihr (Lebens-)Motto?
Lebe deinen Traum, bevor es zu spät dazu ist.

Woran arbeiten Sie gerade?
An einem Roman. „Nichts wie es mal war“ spielt natürlich wieder auf Kreta. Seit Jahren erhält mein Protagonist immer zur gleichen Jahreszeit Besuch von einem Freund. Doch dieses Mal erlebt der Freund den Urlaub nicht mehr. Statt seiner Ankunft am Flughafen erreicht meinen Protagonisten die Todesnachricht. Während des Trauerschmerzes überlegt er sich: Was würden wir unternehmen, wenn er noch leben würde? Damit nimmt er den Leser mit auf eine Reise über die Insel und lässt Vergangenheit und Gegenwart zusammenfließen.

Was ist Ihr nächstes Ziel als Autor?
Weitere Romane zu schreiben, mit Schwerpunkt Kreta. Ideen sind bereits notiert.

Wer ist Ihre Held in der Wirklichkeit?
Menschen die ihren Weg gehen, trotz schwieriger Umstände, und dabei ihr Lächeln nicht verlieren.

Welchen Gegenstand müssen Sie anfassen, wenn Sie ihn sehen?
Spieluhren. Sie faszinieren mich bereits seit meiner Kindheit. Doch erst im Erwachsenalter bekam ich meine erste geschenkt und im Laufe der Jahre gesellten sich einige dazu.

Wer oder was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten oder wen oder was brauchen Sie zum Schreiben?
Ein Wort, das ich aufschnappe, lese. Auf meinen Spaziergängen mit den Hunden inspiriert mich die Gegend: die Berge, das Meer, die saisonbedingte Veränderung der Natur. Und ganz besonders Menschen, die mit „wenig“ zu frieden sind, regen mich zu neuen Romanfiguren an.

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Lügen! Lieber die Wahrheit akzeptieren, statt mit einer Lüge zu leben.

Wo haben Sie das Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein?
In Gesellschaften, wo das Lächeln und die Freundlichkeit der Gäste gespielt ist, um sich im Schatten des Erfolgreichen zu sonnen.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Menschen, die auf andere eifersüchtig sind, ihnen etwas neiden. Dabei ist es ein tolles Gefühl sich mit jemandem zu freuen, auch wenn für einen selbst die Sonne gerade nicht scheint. Allein durch dir Freude kommen Glücksgefühle auf.

Was war der mutigste Moment in Ihrem Leben?
Der Umzug nach Kreta ohne irgendwelche Sicherheiten und nur mit dem letzten Gehalt im Portemonnaie. Ich bin meinem langjährigen Traum gefolgt, auf einer Insel zu leben, und habe es bisher keine einzige Minute bereut. Mich zog die Liebe zu Kreta hierher. Mein besonderes Glück, dass ich dann meinen Wegbegleiter fand. Oder er mich? Sozusagen das „Sahnehäubchen“ in der Wahlheimat.

Welche Leistung bewundern Sie am meisten?
Familiäre und ehrenamtliche Hilfe für gebrechliche Menschen.

Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS
Drei Stühle. Köstliche kretische Geschichten. (2013), Sigrid Wohlgemuth

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S&F Magazin | 01.03.2013 | Karen Grol