Etwas Größeres wagen

Gepostet am Mai 25, 2010

Von Ulrike Rylance. Nachdem ich einige Kurzgeschichten bei STORIES & FRIENDS und in einigen Anthologien veröffentlicht hatte, beschloss ich, mich doch mal an etwas Größeres zu wagen. Da ich selbst Kinder habe, versuchte ich es mit einem Kinderbuch. Eine Geschichte in Versen, auf Englisch und Deutsch, wunderschön illustriert von meiner Freundin. Einen Verlag zu finden, würde nicht schwer sein, so dachte ich und griff zum Telefon.

Aber weit gefehlt. Ich erinnere mich noch an das heisere Gelächter einer Mitarbeiterin bei einem Schweizer Kinderbuchverlag. „Ein Buch in Versen?“, lachte sie. „Und auch noch auf Englisch?“ Hier kippte ihre Stimme beinahe über vor Heiterkeit. Offenbar hatte ich etwas völlig Absurdes produziert. Die meisten Verlage, die ich anrief, schmetterten mich gleich am Telefon ab oder teilten mir mit leidenschaftsloser Stimme mit, eine Textprobe einzuschicken. Nachdem ich eine ganze Ladung dicker Briefe für teures Geld aus den USA nach Deutschland verschickt hatte, nur um nie wieder etwas zu hören, begriff ich, dass dies nicht der richtige Weg sein konnte.

Ich brachte das Buch bei einem BoD Anbieter heraus, verteilte es an Freunde und Bekannte und begann, angeregt von der durchweg positiven Resonanz, mit einem neuen Projekt: einem Jugendbuch. Diesmal machte ich aber nicht denselben Fehler und schickte das Manuskript blind in die Welt hinaus, sondern ich suchte mir einen Literaturagenten. Und hatte bald darauf einen Verlagsvertrag in der Tasche – zwar nicht für das ursprüngliche Manuskript, sondern für ein neues Buch – ein Jugendbuch mit kurzen englischen Passagen.

Mein Tipp an alle, die einen Verlag suchen, ist daher simpel: Sucht euch eine Agentur!

„Ein Date für vier“ ist gerade bei dtv junior erschienen und erzählt die Geschichte der 14-jährigen Marleen, die gegen ihren Willen von ihren Eltern in einen Sprachurlaub nach England geschickt wird.

Aus dem Klappentext:

Schlimmer hätte es Marleen nicht treffen können. Ihre Eltern wollen sie in den Sommerferien nach England schicken – gemeinsam mit ihrer Schwester soll sie dort die Sprachschule besuchen. In Torquay angekommen, erkennt Marleen sofort, dass das die schrecklichsten Wochen ihres Lebens werden. Nicht nur, dass Ella und sie in einem heruntergekommenen Herrenhaus einquartiert werden – es regnet auch noch ohne Unterlass! Doch dann lernen die zwei die beiden Söhne ihrer Gastgeberin Lady White kennen und plötzlich wird klar: Love is everywhere!

Zum Autoren-Interview mit Ulrike Rylance.

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