Just do it

Gepostet am Jun 10, 2011

Maike Braun. 1962 in Reutlingen geboren. Studium der Naturwissenschaften in Deutschland und Cambridge, England. Danach acht Jahre in einer internationalen Unternehmensberatung. Seit Januar 2002 selbständig als Beraterin. Ausgebildete Mediatorin. Wohnhaft in Hamburg. Verheiratet, drei Kinder.


Liebe Frau Braun,
beantworten Sie uns doch ein paar Fragen …

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben?
Fernsehserien gucken (Dr. House, The Good Wife, Battlestar Galactica …).

Woran arbeiten Sie gerade?
An einer Sammlung von Kurzgeschichten, die die wichtigsten ökonomischen Prinzipien illustrieren.

Was ist Ihr nächstes Ziel als Autorin?
Diese Kurzgeschichtensammlung veröffentlichen.

Was Ihr Lebensmotto?
Just do it.

Mit welchem Buchhelden können Sie sich identifizieren?
Mit Mungo Park aus T. C. Boyles Roman Water Music, meinem absoluten Lieblingsbuch. Mungo Park ist ein Abenteurer und Forscher, der Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts die Quelle des Nigers aufspüren will. Die Hartnäckigkeit, mit der Mungo Park sich diesem Ziel widmet, die Zähigkeit, mit der auch die widrigsten Umstände überdauert und seine ungebremste Neugier – das hat mich schwer beeindruckt.

Wer sind Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Es gibt viele, tägliche kleine Heldentaten, die mich an das Gute im Menschen glauben lassen. Da retten Feuerwehrmänner Entenküken aus der Kanalisation, ein Obdachloser springt in die Alster, um ein Kind vor dem Ertrinken zu retten, jemand begleitet eine verwirrte Frau nach Hause. Und dann gibt es natürlich die „großen“ Heldentaten wie zum Beispiel in Syrien, wo die Menschen zu Tausenden auf die Straßen gehen, obwohl die Armee auf sie schießt.

Welchen Gegenstand müssen Sie anfassen, wenn Sie ihn sehen?
Pfirsiche. Allerdings um sie sofort zu verspeisen.

Was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten oder wen oder was brauchen Sie zum Schreiben?
Unordnung, Licht, Laptop und Stille.

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Das Thema Bildungsreform. Schon die Erwähnung des Wortes reicht aus, mich in Rage zu bringen. Jeder Politiker und jede Politikerin, die im Bildungsressort neu ins Amt kommt, meint sich hier profilieren zu müssen. Die Leittragenden sind die Kinder, die Lehrer und die Eltern.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Da gibt’s Einiges. Aber zum Beispiel die Sache mit der Abrechnung der Mehrwertsteuer bei Taxifahrten. Erst muss man 7% runterrechnen, dann 19% drauf und dann wieder 7% runter – oder so ähnlich. Man hat mir versichert, dass es einen tieferen Sinn gibt und – wesentlich wichtiger -, dass ich mein Geld nicht zurückbekomme, wenn ich das nicht genau so abrechne. Also frage ich nicht weiter nach.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?
Ich würde gern für einen Tag im Körper eines anderen stecken und erleben, wie sich das anfühlt. Wessen Körper ist mir dabei eigentlich egal. Vielleicht eher jemand, den jede Bewegung Mühe kostet, weil er oder sie sich dann seines bzw. ihres Körpers bewusster ist.

Was war der mutigste Moment in Ihrem Leben?
Ich bin zwar nicht ängstlich, aber ob ich deswegen hin und wieder mutig bin? Das fragen Sie besser die anderen.

Total überbewertet finde ich …
… Unterhaltung. Im Vorspann einer DVD gibt es in der Regel Bilder und Musik, die sich solange wiederholen, bis man auf „Film starten“ oder Episodenauswahl drückt. Meine Kinder haben mich schon häufig dabei ertappt, dass ich gebannt auf den Bildschirm starre und nicht bemerke, wie sich alles wiederholt. Dabei fühle ich mich bestens unterhalten.

Welches geliehene Buch haben Sie nicht zurückgegeben?
Bill Bryson: A Walk in the Woods. Rediscovering America on the Appalachian Trail.

Preise
Abschied. Erster Preis im Prosawettbewerb 2004 des FDA Hamburgs.
58 Jahre Sachalin. Vierter Platz im 4th Short Story Award des 42erAutoren e.V. 2005
Die Irrungen des Doktor Tisson. Dritter Platz beim Zwölften WriteMovies Autorenwettbewerb 2006

Veröffentlichungen
Bis ans Ende meiner Fingerspitzen. In: Anthologie Sprung zum Literaturwettbewerb Franzosenhohl, Mönnig-Verlag Iserlohn, 2010.
Version 2.0. In: c’t, 9 / 2010
Das Frosch-Prinzip. In: entwürfe, Heft 55, Herbst 2008.
Zahlenagonie. In: Text des Monats des Literaturhauses Zürich, Juni 2004.
Körperlose Remission. In: Gefährliche Gefühle (2006), Fischer Taschenbuch Verlag, Ulrike Zeitlinger und Cordelia Borchardt (Hrsg.).
Leichtflüchtig. In: macondo, Heft 9, Juli 2003

Vorschau/Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS
Der Dieb und das Mädchen. In: betörend! (2011), STORIES & FRIENDS Verlag, Karen Grol (Hrsg.).
Vorsätze sowie Das Ende eines Feinschmeckers. In: Gaumenkitzel (2010), STORIES & FRIENDS Verlag, Karen Grol (Hrsg.).
Realoptionen sowie Vacuosly True. In: Rätselhaft + wunderbar (2008), STORIES & FRIENDS Verlag, Angelika Brox und Karen Grol-Langner (Hrsg.).

betörend!Gaumenkitzelrätselhaft + wunderbar

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