Mit Worten malen

Gepostet am Aug 23, 2010

Lisa Weichart. Ich wurde 1964 in Regensburg geboren und besuchte dort erst die Grundschule Am Napoleonstein, danach das Institut der Englischen Fräulein. Nachdem mein 1989 geborener Sohn in den Kindergarten ging, wechselte ich den Beruf, um halbtags tätig sein zu können. Ich arbeitete als Rezeptionskraft bei einer Regensburger Gemeinschaftspraxis. Im Jahr 2000 bekam ich meine Zwillinge und wir zogen aufs Land. 2006 trennten sich mein Mann und ich, und seit der Scheidung wohne ich mit den beiden Jungen endlich wieder im geliebten Regensburg, wo ich auch nach der langen Pause wieder zu schreiben beginnen konnte. Der Job bei „Il Mercato“, einem italienischen Markt nicht weit von meiner Wohnung, bringt mir täglich neue Menschen, Impressionen und viel Freude. Auch die Zwillinge haben sich bereits einen Namen als Autoren gemacht und besuchen ab Herbst das hiesige Goethe-Gymnasium.


Liebe Lisa Weichart,
beantworten Sie uns doch ein paar Fragen …

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben?
Philosophieren ohne zu viel Psychologisieren.

Woran schreiben Sie gerade?
An einem Buch über das Ent-Lieben.

Was ist Ihr nächstes Ziel als Autor?
Das Buch zu vollenden und darüber nicht die Kurzgeschichten zu vergessen. Im Schreibfluss zu treiben, zu schwimmen, zu angeln – zu leben.

Was bedeutet Schreiben für Sie?
Immer wieder öffnet sich die Tür zu dem besonderen Raum in meinem Kopf, und jedes Mal wundere ich mich aufs Neue, was diesmal dahinter wartet. Hinein zu gehen bedeutet, sich auf etwas Unschätzbares einlassen. Meistens sind Menschen darin; oft liegen die wahren Begegnungen weit zurück. Augenblicke, eine Stimmung, ein Duft – vielleicht nur für Sekunden existent. Aber Zeit verliert ihre Bedeutung, wenn ich schreibe, jede einzelne Geschichte ist auf einmal da, wie ein unverhoffter Gast.
Nie bin ich Menschen näher, als wenn ich von ihnen schreibe, das Gefühl tiefer Verbundenheit flößt mir Achtung ein. Es ist ein gutes Gefühl, mit Worten zu malen. Aus dem Gedächtnis? Eher aus einer Erinnerung, die dem Träumen ähnelt. Zwischenwelt. Es ist ein wenig Zauberei, glaube ich.

Was ist Ihr Motto?
Den Glücklichen trägt ein Zauber durchs Leben.

Mit welchem Buchhelden können Sie sich identifizieren?
Pippi Langstrumpf.

Welchen Gegenstand müssen Sie anfassen, wenn Sie ihn sehen?
Große Skulpturen, frische Kastanien und Lidschatten-Tester.

Wer oder was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten?
Menschen, Träume und eigene Erlebnisse, vor allem auch die schmerzlichen. Düfte, Worte, die jemand besonders ausspricht, den Blick Fremder …

Was bringt Sie so richtig auf die Palme?
Meine eigene Ungeduld.

Wo haben Sie das Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein?
Bei rhythmischem Tanz nebst Choreographie (Jazz-Dance war am schlimmsten) und in Super-Sportgruppen.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Ich besitze fast keinen Orientierungssinn und verstehe folglich nicht, wie andere es schaffen, problemlos und sicher von hier nach da zu kommen.

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Fliegen können wie ein Vogel, Orientierungssinn und Gitarrespielen. Letzteres lerne ich gerade!

Was war der mutigste Moment in Ihrem Leben?
Das letzte Gespräch vor der Trennung mit meinem Exmann.

Total überbewertet finde ich?
Urlaub. Ich will so leben, dass jeder Tag „rund“ ist.

Welches geliehene Buch haben Sie nicht zurückgegeben?
„Gesammelte Werke“ von Marieluise Fleißer. Ich verlängere es, so lange es geht.

Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS

Jahrmarkt der GeschenkeAqua Vitae

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