Oscar Wilde mit Rum – Spirits, die flüssige Lesung

Gepostet am Sep 6, 2012

Meine Lesung am 1. September 2012 in der Teppich-Galerie Art & Antik in der Neckarstraße 198 in Stuttgart bei Sarah Haberkern war etwas Besonderes. Warum? Nun, wer liest schon in einem Teppichladen? Wer nicht? Fliegende Teppiche – Flaschengeister – Geistreiches – Spirits – Cocktails, alles war da, nebst allerlei Knabbereien. Eine familiäre Atmosphäre, ungezwungen, gemütlich, so dass mein ungewöhnlich großes Lampenfieber rasch abklang. Selbstverständlich fanden sich auch Gäste ein: aus Berlin, Nürnberg, Bad Liebenzell, Stuttgart, Nürtingen, Göppingen. Peu à peu trudelten sie ein und so blieb genügend Zeit, um den Oscar Wilde oder auch einen Kir Royal zu kredenzen, denn was ist eine Lesung über Cocktails, wenn es keine gibt? Den Oscar Wilde habe ich übrigens selbst erfunden. Das Rezept dazu findet sich im Buch “Spirits – Ein literarischer Cocktail“. Um ehrlich zu sein: Den irischen Whiskey darin habe ich durch braunen Rum ersetzt, schmeckte mir runder. Das hätte mir der Dichter Oscar Wilde nie verziehen? Wer weiß!

Um 19 Uhr stellte ich dann mein Panoptikum vor – meine Kurzgeschichte aus o.g. Buch -, die rollende Cocktailbar mit ihrer Eigentümerin Gerdie, die noch mit sechzig Jahren etwas Neues beginnt und Cocktails auf der Grömitzer Seepromenade austeilt. Dass dabei ihr Herz noch zum Flattern kommt, darüber kann sie sich nur wundern und freuen. Der Oscar Wilde soll dabei als Amor tätig geworden sein? Aber nie nicht!

Anschließend wurde in dem sehr schön gemachten Buch Spirits geblättert und gelesen, es gab eine Zugabe der unveröffentlichten Fortsetzung vom Panoptikum und … nun, dann wollte ich nach Hause. Da kam Leben in meine Zuhörer.

„Ich hätte gern ein Buch.“
„Ich auch! Mit Widmung bitte!“
„Und ich …“

Vergnügt surrend brachte mich mein Wägelchen sicher zurück.

Ich wünsche dem Kind Spirits viel Erfolg und seinen Eltern ganz viel Spaß bei ihren Lesungen. Vergessen möchte ich allerdings nicht, denen zu danken, die dieses Buch auf den Weg brachten, den Geburtshelfern sozusagen: Die Herausgeber Elke Schleich und Olaf Trint, sowie der Verlegerin Karen Grol-Langner.

Jutta Schöps-Körber | S&F Magazin | 06.09.2012

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.