Rolf Stemmle – Komödien und mehr

Gepostet am Jul 22, 2010

Seit gut zwei Jahren kenne ich die Geschenkbücher von STORIES & FRIENDS und seitdem lasse ich mir gerne neue Geschichten einfallen. Für meine tragikomische Schneckenfabel in „rätselhaft + wunderbar“ habe ich sogar den 2. Preis des vorausgegangenen Wettbewerbs erhalten. Darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut!

STORIES & FRIENDS hat meine Lust, wieder vermehrt Kurzgeschichten zu schreiben, wesentlich beflügelt. Denn die Hauptsäulen meiner Kunst bestanden bislang aus Theaterstücken, Gedichten und Erführungstexten zu den Musikdramen Richard Wagners.

Vielleicht interessiert es Sie, Näheres über meine Projekte und Aktivitäten zu erfahren?

Geboren wurde ich am 19. Oktober 1962 in Regensburg. Der Spaß, mich schriftstellerisch zu betätigen, führte schon nach wenigen Jahren zu einigen Schlagertexten, die ich ohne Rechtschreibkenntnisse auf Zettel kritzelte. Etwa ab dem 10. Lebensjahr begann ich, Gedichte und Geschichten zu verfassen. Sehr beeindruckt haben mich Aufführungen der „Augsburger Puppenkiste“ – ich verbrachte einige Kinderjahre in Augsburg. Gänzlich entflammte meine Theaterbegeisterung, als mich mein Vater, ein leidenschaftlicher Musik- und Theaterfreund im Alter von 15 Jahren mit der Welt des Schauspiels und der Oper in Berührung brachte. Sogleich schrieb ich einige Sketche, Hörspiele und Theaterstücke, die zum Teil bei Schulveranstaltungen aufgeführt oder in einer Hörspielgruppe produziert wurden.

Es drängte mich zum Theater, um Erfahrungen sammeln zu können und bessere Aufführungsmöglichkeiten zu finden. Als ich bereits studierte, fügte sich in meiner ehemaligen Realschule eine Theatergruppe. Ich schloss mich an und fand hier viele Freunde und Gleichgesinnte. 1984 konnte ich mit diesem Ensemble ein erstes abendfüllendes Stück zur Uraufführung bringen: die phantastisch-tragikomische Farce „Luzifers Energieprobleme“.

Der Erfolg dieser Produktion motivierte die Gruppe, sich vom Schultheater abzukoppeln und eigene Wege als Theatergruppe DER WÜRFEL zu gehen. Die zwölfjährige Geschichte dieses Ensembles, das in der Regensburger freien Theaterszene hohes Ansehen genoss, begleitete ich als Regisseur, Autor, Organisator und gelegentlich auch als Schauspieler. Auf dem Programm standen Werke der Nachkriegsliteratur wie „Endspiel“ von Samuel Beckett, „Der stumme Diener“ von Harold Pinter, „Heimarbeit“ von Franz Xaver Kroetz und das Ein-Personen-Stück „Strategie eines Schweins“ von Raymond Cousse, aber auch fünf weitere Uraufführungen, darunter die Kriminalkomödie „Wenn drei sich morden…” (1992), die Beziehungskomödie „Ein Abend mit Julius“ (1994) sowie „Zeitgenossen“ (1996). Dieses Monolog-Drama war die letzte Produktion, denn die inzwischen stark verkleinerte Gruppe löste sich auf. Wichtige Mitglieder zogen aus Regensburg weg, berufliche und familiäre Verpflichtungen genossen höhere Prioritäten.

Meine schriftstellerische Tätigkeit habe ich indes fortgeführt, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit mit Verlagen auszubauen und Kontakte zu Theatern zu knüpfen. Viele meiner Stücke wurden inzwischen verlegt und zwar bei den Bühnenverlagen Mahnke, Plausus, Deutscher Theaterverlag und Ostfriesischer Theaterverlag. Das Mozart-Schönborn Gymnasium Würzburg hob im April 2003 meine Tragikomödie „Luzifers Nöte mit der Demokratie und der Autobahn“ aus der Taufe, die inzwischen über 25-mal nachgespielt wurde. Das Theater Regensburg brachte im Februar 2005 als erstes Profitheater „Winterwärme“ zur Uraufführung.

Gelegentlich verführt mich der Spaß am feinen Formulieren zu Gedichten. Im Jahr 2003 entstand der Gedichtzyklus „Ein Mensch im Tier“. Um die kleinen Fabeln in ansprechendem Rahmen vortragen zu können, habe ich dafür Stücke für Fagott solo komponiert. Das Programm brachte ich inzwischen zusammen mit einem Musiker über 20-mal auf Kleinkunstbühnen.

Bereits in den 80er Jahren entstanden meine „Einführungshefte“ zu den Bühnenwerken Richard Wagners, die vielen Bayreuthbesuchern bestens bekannt sind. Vor etwa sieben Jahren, als ich „Ring-Zyklen“ in München und Nürnberg besuchte, entwickelte ich den Plan, die Handlungen der Musikdramen zu Erzählungen umzugestalten, mit dem Ziel, dem Interessierten die Zusammenhänge und Tiefen der Geschichten in eingängigem Stil verständlich zu machen. Für das fertige Manuskript konnte ich den Verlag Königshausen & Neumann interessieren. Da der erste Band „Der Ring des Nibelungen“ guten Anklang fand, erzählte ich inzwischen sämtliche Bühnenwerke Wagners, veröffentlicht in drei weiteren Bänden.

Mit den Jahren entstanden auch kürzere Prosatexte. Wie bereits erwähnt – das Schreiben für STORIES & FRIENDS hat mich animiert. Angeregt werde ich auch von Projekten des Schriftstellerverbandes (Museumslesungen, Literaturfahrten, Gemeinschafts-Veröffentlichungen und Lesereihe), bei dem ich als stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Ostbayern Mitglied bin, sowie von der Regensburger Schriftstellergruppe international.

>>>>>>>>>> <<<<<<<<<<

Zur Kunst verleiten mich zwei Kräfte: Das Bedürfnis, Dinge, die mich bewegen, nach außen zu kehren, und die pure Lust am Gestalten eines Werkes, das Lösen dramaturgischer Probleme und das Erfinden von Situationen. Es ist für mich beste Unterhaltung, aus einem Ideen-Kern ein Szenarium und schließlich einen vollständigen Text zu entwickeln. Inzwischen, so denke ich, habe ich meinen Stil gefunden. Er pendelt zwischen kräftiger, satirischer Komödie und sensibler Charakterstudie hin und her. Immer jedoch ist mir die Verständlichkeit und das Unterhaltsame ein vorrangiges Ziel. Ich bin sicher, dass ich Publikum und Leser auf diesem Weg am besten erreiche. Humor lockert auf und animiert dazu, mir auf eine kleine Abenteuerreise zu folgen. Gelegentlich genügt es, eine witzige Geschichte ohne bestimmt Absicht zu erzählen.

Ich bekenne mich zu der Überzeugung, dass man mit Kunst ein wenig Einfluss auf die Geschicke der Menschheit nehmen kann. Die Palette der Themen, die mich beschäftigen, reicht von gesellschaftlichen Fehlentwicklungen bis hin zu den vielfältigen Verirrungen der menschlichen Seele auf der Suche nach Selbstverwirklichung, Anerkennung und Liebe. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht oft das Spannungsverhältnis zwischen dem einzelnen Menschen und der Gesellschaft. Der einzelne Mensch, eingebunden in seine ganz persönliche Geschichte und seine Beziehungen, immer auf der Suche nach der richtigen Gestalt seines Lebens. Die Gesellschaft um ihn herum, durch den Zerfall von Werten brüchig geworden und stets damit beschäftigt, die Produkte des Fortschrittes einzuordnen. Dieser einzelne Mensch und die Gesellschaft bedingen sich gegenseitig. Der Mensch ist durch den Zerfall dieser alten Werte zwar freier geworden, aber er ist häufig auch damit überfordert, diese neue Freiheit zu leben. Und so besteht die Gefahr, dass sich die Gesellschaft aus Individuen zusammenfügt, die fremdbestimmten Mustern nachleben, in der Hoffnung, dadurch Einsichten, Halt und Glück zu finden.

Mein Spott gilt den Egoisten, die selbstverliebt und abgeschottet in ihren Bahnen kreisen, meine Zuneigung den Sensiblen, die sich auf ihren Wegen zwar mitunter in Absurditäten versteigen, die aber offen bleiben, um mit Hilfe von Toleranz und Liebe Auswege zu finden.

>>>>>>>>>> <<<<<<<<<<

Konnte ich Ihr Interesse für meine künstlerische Arbeit wecken? Dann kommen Sie doch am Freitag, den 30. Juli, ins Naturkundemuseum Regensburg, zu einer Lesung mit Musik. Im Mittelpunkt steht meine Geschichte „Starker Kaffee“ aus dem Band „Arabica & Robusta“. Das Thema hat mich zu einer Komposition für Flöte und Fagott angeregt: Die Kaffeehaus-Suite. Sie wird an diesem Abend von zwei Profimusikern uraufgeführt. Sie sind herzlich eingeladen!

Details zu meinen Arbeiten und Veranstaltungen finden Sie auf meiner Homepage www.rolf-stemmle.de. Dort werde ich bald weitere Überraschungen verraten.

Lesen Sie auch das Interview mit Rolf Stemmle: “Die Rezeptur wird nicht verraten”.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.