Ist es idotisch, einen Roman zu schreiben?

Gepostet am Jun 11, 2010

Christiane Lind, geborene Niedersächsin, lebt mit fünf Katern und einem Wochenend-Ehemann in Duisburg und Kassel.

Die promovierte Sozialwirtin arbeitete als Gummiringsortiererin, Buchverkäuferin, Wissenschaftlerin, Personalentwicklerin, Tagungsorganisatorin, Vorstandsassistentin, Frauenbeauftragte, Beraterin, Weiterbildnerin und Wissenschaftlerin, bis sie sich als Sozialforscherin selbstständig machte. In ihrem „Brotberuf“ schreibt sie über innovative Arbeitszeiten und Geschlechterpolitik und hat zwei Sachbücher und zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht.

Bücher haben sie ihr Leben lang begleitet und 2005 wagte sie den Seitenwechsel von der Lesenden zur Schreibenden. Unter Pseudonym verfasst sie Texte, die sich nicht immer in ein Genre einzwängen lassen. Inzwischen hat sie einige Geschichten in Anthologien veröffentlicht und kleinere Literaturpreise gewonnen. Im Juni 2010 erschien ihr historischer Roman „Die Geliebte des Sarazenen“ bei rororo (Rowohlt Verlag).


Liebe Christiane Lind,
beantworten Sie uns doch ein paar Fragen …

Was ist Ihr Motto?

„Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.“

Georg Christoph Lichtenberg, (1742 – 1799), deutscher Physiker und Meister des Aphorismus

„Es ist idiotisch, sieben oder acht Monate an einem Roman zu schreiben, wenn man in jedem Buchladen für zwei Dollar einen kaufen kann.“

Mark Twain, (1835 – 1910), eigentlich Samuel Langhorne Clemens, US-amerikanischer Erzähler und Satiriker

Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben?
Lesen, Kater bespielen und joggen

Woran schreiben Sie gerade?
Am zweiten Teil meines historischen Romans und einer Geschichte über gefallene Engel. Daneben, wenn mir zu den beiden großen Texten nichts, absolut nichts einfallen will, arbeite ich an kürzeren Geschichten.

Was ist Ihr nächstes Ziel als Autor?
Einen Roman als Hardcover zu veröffentlichen.

Welches Buch hätten Sie gerne geschrieben?
Wechselnd! Im Moment bewundere ich George R. R. Martins Geschichte von Eis und Feuer und würde gerne so schreiben können.

Mit welchem Buchhelden können Sie sich identifizieren
Mit allen Suchenden, die ihren Platz im Leben noch nicht gefunden haben und ihren Weg weitergehen, und mit allen Neugierigen, die immer wieder etwas Neues ausprobieren.

Welchen Gegenstand müssen Sie anfassen, wenn Sie ihn sehen?
Kugelförmige Briefbeschwerer und alles, an dem das Schild hängt: „Nicht anfassen! Frisch gestrichen!“

Wer oder was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten oder wen oder was brauchen Sie zum Schreiben?
Ich schreibe am liebsten nachts im Bett mit den Katern in meiner Nähe und lasse mich durch Recherche und Sachbücher inspirieren. Manchmal reicht ein Bild oder eine Figur, damit sich die Geschichte entwickelt; manchmal muss ich mich durch viele Bücher graben, um eine zündende Idee zu bekommen. Wenn nichts hilft, setze ich mich klassisch in ein Café, gerne mit viel Menschen und lauter Musik und versinke in schreibender Ruhe.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Den Unterschied zwischen „dasselbe“ und „das gleiche“, obwohl ich es bestimmt schon hundertmal erklärt bekommen habe. Sofort nach der Erklärung, egal wie gut sie war, vergesse ich es wieder.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?
Mit ganz verschiedenen Menschen, die interessante Berufe haben oder in anderen Regionen der Welt leben.

Total überbewertet finde ich?
Leider viele Romane auf der Bestsellerliste. Kann aber auch der blanke Neid sein!

Welches geliehene Buch haben Sie nicht zurückgegeben?
„Die schwarzen Pferde“ von Dana Faralla, als ich 12 Jahre alt war, weil ich diese Geschichte unbedingt besitzen musste und nicht wusste, dass ich es einfach bestellen konnte. Ich dachte damals, dass man nur die Bücher kaufen kann, die in den Buchhandlungen vorhanden sind.

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Preise
2010: 3. Platz beim 3. Literaturwettbewerb Timmendorfer Strand 2009 „Spuren“ mit „Noch einmal Niendorf”
2009: Zweitplatzierte beim Literatur Twitter im Rahmen des 2. Literaturpreises „Der Duft des Doppelpunktes“
2008: Einladung zum Workshop für die Autoren der zehn besten Geschichten des 2. Brüggener Literaturherbstes „Geschwister“ am 8. November 2008 für meine Geschichte „Die Freibeuterin“
Deutscher Phantastik-Preis 2008 in der Kategorie „Beste Anthologie“ für „Drachenstarker Feenzauber“, in der meine Geschichte »Der Sommer des Elefanten« enthalten ist
2007: 1. Preis für meine Geschichte „Muttertag“ beim 1. Herforder Schreibwettbewerbs „Herrscherin, Partnerin, Arbeitskraft, Gebärmaschine – welche Zukunft haben Frauen“ für Mädchen und Frauen 2007

Veröffentlichungen
Christiane Lind: Die Geliebte des Sarazenen: Historischer Roman. Rororo 1. Juni 2010, ISBN: 978-3499254598
und zahlreiche Kurzgeschichten

Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS

Jahrmarkt der GeschenkeMit allen Sinnen100% Schokolade

Lesen Sie auch Making of “Die Geliebte des Sarazenen” von Christiane Lind.

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