Mit Achtung vor der Schöpfung …

Gepostet am Mrz 28, 2011

Jutta Schöps-Körber, geboren 1943 in Russ/Kreis Heydekrug (heute Rusne/Silute) im ehemaligen Ostpreußen, im landschaftlich reizvollen Memelgebiet. Von dort kam sie als Kleinkind nach Baden-Württemberg. Früh hat sie zu schreiben begonnen, nämlich bereits in der Grundschule. Als ehemalige Deutschlehrerin liegt ihr die deutsche Sprache mit ihrem Bilderreichtum sehr am Herzen. Gerne experimentiert sie mit ihr. Sie will jedoch nicht nur unterhalten, sondern zur Politik und Gesellschaft Stellung beziehen.


Liebe Frau Schöps-Körber,
beantworten Sie uns doch ein paar Fragen …

Woran arbeiten Sie gerade?
Ich arbeite an einem Selbstfindungsroman mit Mottos von Goethes Faust, basierend auf Gemälden der Künstlerin Margret Hofheinz-Döring.

Was ist Ihr Ziel als Autorin?
Ich möchte auf Mißstände in der Gesellschaft aufmerksam machen und vermitteln, dass nicht Geld und Aussehen ausschlaggebend sind, sondern Werte wie Treue, Vertrauen, Nächstenliebe u.v.m

Was Ihr Lebensmotto?
Die Achtung vor der Schöpfung

Wer oder was inspiriert Sie zu Ihren Geschichten oder wen oder was brauchen Sie zum Schreiben?
Ich schreibe gerne nachts. Menschen inspirieren mich sehr, sie zu beobachten, macht mir Spaß. Gerne höre ich ihnen auch zu, besonders, wenn sie aus ihrem Leben berichten. Ich erfreue mich an skurrilen Charakteren. Wichtig ist es für mich, dass ich nur von dem schreibe, was ich kenne. Landschaften, Orte müssen stimmen, der Leser muss sie finden können und selbst das Wetter muss so gewesen sein wie zum Zeitpunkt meiner Geschichte. Ich recherchiere intensiv, probiere auch gerne etwas aus, so z.B. steckte ich einmal meine Hand für eine ganze Weile in das Tiefkühlfach meines Kühlschrankes, um in etwa herauszufinden, wie sich Erfrieren anfühlen könnte.

Wo haben Sie das Gefühl, völlig fehl am Platz zu sein?
Zwischen laut grölenden Fußballfans, besonders, wenn ihr Verein verloren hat.

Was haben Sie noch nie verstanden?
Ich kann nicht verstehen, dass Eltern, besonders Mütter, ihr Kind aufgeben können. (Dabei meine ich nicht Eltern, die für ihr Baby nicht sorgen können und es weggeben müssen).

Welche Fähigkeit hätten Sie gerne?
Ich würde gerne farbenfrohe Bilder malen können und dazu dann Geschichten schreiben.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag den Platz tauschen?
Ich wäre gerne einen Tag lang Oberbürgermeister meiner Stadt. Dann würde ich dafür sorgen, dass alle Schüler bessere Möbel bekämen, Einzeltischchen und körpergerechte Stühle. Außerdem würde ich Gelder frei machen wollen, mit denen Schülern eine gesunde, aber durchaus schmackhafte Mittagsmahlzeit bekämen. Gerne wäre ich aber auch einen Tag lang “der gute Geist für Schüler”, der in der Lage ist, Herzen und Seelen der jungen Menschen zu öffnen und sie sensibel zu machen für die Nöte ihrer Mitschüler, so dass sie sich gegenseitig mehr helfen würden oder sich wenigstens in Ruhe ließen. Und natürlich würde ich gerne die Herzen der Lehrer berühren, dass sie sich wie Pädagogen benehmen könnten und nicht wie Sklavenhalter oder Berserker.

Was war der mutigste Moment in Ihrem Leben?
Als ich, gerade wieder gewählt, den Vorsitz eines Autorenverbandes niederlegte, da diesem Streiten und Selbstbeweihräucherung wichtiger waren, als die Literatur zu fördern.

Total überbewertet finde ich?
Die Bezahlung von Stars und Sportprofis.

Welche Leistung bewundern Sie am meisten?
Wenn Väter und Mütter trotz ihres anstrengenden Arbeitslebens ihre Kinder so fördern, wie sie es können, und dabei niemals vergessen, dass Kinder kein Eigentum sind. Es ist wichtig, wenn Eltern ihre Kinder loslassen können, sich dabei aber ihrer immerwährenden Verantwortung ihren Kindern gegenüber bewusst sind. Es sind die Eltern, die die Kinder ins Leben riefen; die Kinder wurden nicht gefragt, ob sie leben wollten, also sollten Eltern auch ein Leben lang für ihre Kinder da sein, wenn diese ihre Hilfe benötigen und ihnen nie ihre Liebe entziehen. Wer das zu leisten vermag, verdient Bewunderung.

Veröffentlichungen
1995: „50 Jahre danach“, Landeszentrale für politische Bildung
1999: „Der Tod des Schriftenmalers“ und andere Erzählungen, edition R. Fischer
2000: „Die 1002. Nacht“ , edition R. Fischer
2002 -2005: Mitarbeit beim Schulbuchverlag Cornelsen
2005: „Fünf“, Neverendingland (Sammelband)

Preise
1991: 2. Preis Leipziger Literaturpreis
1994: 1. Preis Weinstädter Literaturtage
1998: Förderung des Landes BW, Sparte Roman
1999: 3. Preis Plochinger Hundertzeiler
2001: Finalistin beim movie award, Californien

Vorschau/Veröffentlichungen bei STORIES & FRIENDS
Pawels Moschus, Kurzgeschichte in: betörend!, August 2011

betörend!

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